Dienstag, 22. Dezember 2015

Zahnaufhellung/ Bleaching

Die Zahnaufhellung oder das Bleaching ist eine zahnärztliche Methode, um Zähne aus ästhetischen Gründen aufzuhellen.
Die Menschen wollten schon immer weiße Zähne haben. 85% der Deutschen wünschen sich strahlend weiße Zähne.

Zahnverfärbungen können von außen entstehen, indem färbende Lebens- und Genussmittel, wie alkoholische Getränke, Tee, Tabakrauch, Kaffee, Rotwein, Fruchtsäfte, etc. in den Zahn eindringen, oder von innen durch die Auswirkung von Medikamenten, infolge von Unfällen, Karies, Absterben des Zahnmarks, Mangelernährung usw. Und es gibt Menschen, die natürlich gelbliche Zähne haben. Genauso gibt es Menschen, die natürlich strahlend weiße Zähne haben.

Zahnverfärbungen unterscheiden sich von Belägen dadurch, dass farbgebende Stoffe unterhalb der Zahnoberfläche in den Zahnschmelz und das Dentin eingelagert worden sind. Eine äußere Zahnreinigung kann diese Farbstoffe nicht mehr erreichen.

Vor der Behandlung müssen die Zähne und das Zahnfleisch vom einem Zahnarzt gründlich untersucht werden. Es muss auch eine professionelle Zahnreinigung gemacht werden, um Belege, oberflächliche Verfärbungen und Zahnstein zu entfernen. So kann die echte Zahnfarbe besser beurteilt werden und die Bleichmittel kann besser auf die Zahnhartsubstanz einwirken. Die professionelle Zahnreinigung kostet um die 120€.

Zur Zahnaufhellung kommen in der Regel Präparate zum Einsatz, welche Wasserstoffperoxid (H2O2) (z. B. in der Form von Carbamidperoxid, beziehungsweise Harnstoffperoxid) enthalten. Sie können in den Zahn eindringen und dort Sauerstoff-Radikale abspalten. Diese sind in der Lage, Farbstoffe im Zahn chemisch so zu verändern, dass sie nicht mehr farblich in Erscheinung treten. Zahnaufhellungsmittel sollten einen neutralen pH-Wert haben, damit sie die Zähne nicht aufrauen und so einer erneuten Verfärbung Vorschub leisten. Es gibt 2 Methoden:

Home Bleaching= Aufhellen zu Hause mit individuell gefertigten Zahnschienen.

Hierbei wird für den Patienten – nach Abformung der Zähne und Modellherstellung – durch den Zahnarzt bzw den Zahntechniker eine passgenaue Kunststoffschiene tiefgezogen und ausgeschnitten, welche die Zähne überdeckt. Zur Zahnaufhellung wird diese Schiene mit peroxidhaltigem Aufhellungsgel befüllt. Das Home Bleaching Gel besitzt in der Regel eine Konzentration von 10 bis 20 Prozent Peroxid. Je nach Konzentration und individueller Ausgangssituation trägt der Patient diese Schienen zwischen einer und acht Stunden. Bei „Altersverfärbungen“ genügen oft fünf bis sieben Behandlungen, bei hartnäckigeren Verfärbungen, z. B. durch Tetracycline sind oft 15 oder mehr Behandlungen nötig. Das Home Bleaching ist vor allem angezeigt, wenn der gesamte Zahnbogen aufgehellt werden soll. Es werden natürlich nur die Zähne behandelt, die beim Lächeln zu sehen sind.


In-Office-Bleaching

Beim In-Office-Bleaching werden Präparate höhere Konzentration in der Zahnarztpraxis eingesetzt. Zur Vorbereitung wird das Zahnfleisch mit einem gummiartigen Überzug, dem „Kofferdam“, oder einem fließfähigen Material (gewöhnlich auf Kompositbasis), dem „Gingiva protector“, geschützt (abgedeckt). Das Aufhellungsmittel wird vom Behandler direkt auf die aufzuhellenden Zähne gebracht und wirkt dort ein. Mitunter wird durch eine Lichtbestrahlung mit Bleaching-Lampen die Wirkung intensiviert. Letzteres erfolgt bei Bleaching-Gelen, welche durch die Einwirkung von kurzwelligem Licht (Cyan/Blau oder UV-Licht) chemisch aktiviert werden. Nach 15–45 Minuten wird das Gel entfernt. Ist die Aufhellung noch nicht ausreichend, kann das Verfahren wiederholt werden. In der Regel sind bei einer erstmaligen Zahnaufhellung ein bis zwei Behandlungen nötig, um ein dauerhaftes Ergebnis (ein Jahr und länger) zu erreichen. Dieses Bleaching wird meist gewählt, wenn es um die Aufhellung einzelner vitaler (lebender) Zähne geht oder wenn das Bleichen beschleunigt werden soll.

Aufhellen von einzelnen avitalen(wurzelkanalbehandelten) Zähnen
Ist ein einzelner, devitaler (abgestorbener) Zahn aufzuhellen, so kann dies ergänzend mit einer Einlage in den Zahn geschehen. Die Krone des Zahnes wird dazu geöffnet. Durch die vorangegangene Wurzelkanalbehandlung ist diese bereits aufgebohrt worden. Ein geeignetes Mittel wird in das Pulpencavum eingebracht, das früher das Zahnmark (pulpa dentis) ausgefüllt hat. Der Zahn wird anschließend provisorisch verschlossen und das Aufhellungsmittel für einen oder mehrere Tage im Zahn belassen. Nach Entfernung des Aufhellungsmittels wird die Öffnung erneut gefüllt. Es dauert einige Tage, bis das Peroxid vom Zahninneren durch den Zahnschmelz diffundiert ist. Die Aufhellung erfolgt daher zeitverzögert. Sofern die erreichte Zahnfarbe nicht dem Wunschergebnis entspricht, kann die Methode wiederholt werden.

Wirkung auf Füllungen, Kronen, Brücken, Zahnersatz
Die Bleichmittel hat keine Wirkung auf die Zahnfüllungen oder die Farbe von keramischen Kronen oder Brücken. Also wenn Füllungen im Frontzahnbereich vorhanden sind, dann müssen die danach neu gemacht werden aus ästhetischen Gründen-der Zahn wird weiß, aber die Füllung bleibt gelb.

Nebenwirkungen:
Schon während der Behandlung kommt es oftmals zu einer sehr schmerzhaften Empfindlichkeit gegenüber dem Bleichmittel. Frisch behandelte Zähne können empfindlich gegen Süßes und Saures und temperaturempfindlich sein, was zum Teil sehr schmerzhaft sein kann. Diese Erscheinungen sind jedoch meist nur temporär und klingen in einigen Tagen nach der Behandlung ab.

Für alle marktüblichen Methoden gilt: Die Aufhellung der Zähne hält nicht ewig, jedoch oft jahrelang. Die Dauerhaftigkeit des Ergebnisses ist wesentlich von der Qualität und Quantität der Mundhygiene, den individuellen Konsumgewohnheiten(insbesondere von Kaffee, Tabak und Tee) sowie von der Tatsache abhängig, ob regelmäßig eine professionelle Zahnreinigung durchgeführt wird und darauf folgend den Zahnschmelz härtende Mittel verwendet werden. Sobald die aufgehellten Zähne im Ganzen oder partiell merklich nachdunkeln, muss das Bleaching wiederholt werden, um eine erneute Aufhellung zu erzielen. Auffrischungsbehandlungen sind meist deutlich schonender als das initiale Bleaching, da aufgrund der vorgebleichten Zähne eine geringere Peroxid-Menge eingesetzt werden muss.

Neben dem „Office-Bleaching“ oder „Homebleaching“ sind Präparate im freien Handel (Apotheken, Drogerien und Supermärkte), die vom Patienten angewendet werden können, darunter Aufpinsellösungen, beschichtete Klebestreifen und vorgefertigte Schienen mit Pasten und Gelen. Diese Mittel sind von unterschiedlicher Qualität. Mitunter befinden sich darunter Mittel, die den Zähnen schaden können, nur zu einer unzureichenden oder ungleichmäßigen Aufhellung führen oder das Zahnfleisch reizen. Die Hauptproblematik der Selbstbehandlung liegt jedoch in der fehlenden vorherigen sachgerechten Diagnostik: Der Laie kann die Gründe von Verfärbungen nicht beurteilen wodurch möglicherweise wichtige Vorbehandlungen (Kariesentfernung, Wurzelkanalbehandlung) unterbleiben und eventuelle unerwünschte Farbabweichungen resultieren.

Kosten der Zahnaufhellung
Die Kosten für die Zahnaufhellung werden nicht von den Gesetzlichen Krankenversicherungen übernommen. Der Zahnarzt erstellt einen privaten Heil- und Kostenplan, aus dem die individuellen Kosten ersichtlich sind. Sie belaufen sich für beide Kiefer zwischen 300 und 600 Euro. Die Honorare für das Bleichen einzelner Zähne variieren zwischen 20 und 50 Euro pro Zahn.

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